Dienstag, 4. November 2014

Warum soll man sich für die Logopädie von seinem Kind schämen?

Mein Kind geht zur Logopädie - Ja und !?

Es gibt es immer und überall - das" Ich bin besser Syndrom!"    Viele Mütter haben es, lassen es eiskalt heraushängen und knallen dir im Dauerabo vor die Nase, wie toll und intelligent ihr Kind / ihre Kinder ist,/sind.

Nur ganz ehrlich, warum sollte es mich interessieren, wie toll diese Kinder und natürlich ihre Mütter sind?  Ich bin eine zweifache Mutter, habe in den letzten Jahren viel mit machen dürfen und ich denke das mein Mann und ich, in der Erziehung zwar unsere Fehler gemacht haben, aber doch ein tolles und gut erzogenes Kind haben.
Warum soll ich ihn bei mir fremden und uninteressanten Menschen oder Familien/Freundeskreis Mitgliedern, ändern?
Warum soll ich ihn und seinen Charakter umschreiben?
Warum sollte ich seinen Makel, der nun mal da ist, schön reden, umgehen oder verheimlichen?


Genau! Es gibt keinen Grund!



Wenn ein Kind oder auch ein Erwachsener zur Logopädie gehen muss, dann liegt da eine schwäche in der Aussprache und der Mundmuskulatur vor.  Es gibt auch viele andere Gründe, die mir aber nicht obliegen, da unser Sohn nicht darunter zählt.

Unser großer hat sehr spät die Sprache für sich entdeckt. Man musste vor dem 3. Lebensjahr immer Rätselraten und seinen deutenden Fingern nachsehen. Als Eltern hat man sich schnell an Sein nuscheln gewöhnt. Wenn man bei einem Arzt nachfragte, ob es nicht besser wäre, das mal von einem Profi anhören zu lassen, wurde es immer verschoben.
Kinder vor dem 4. Lebensjahr bekommen, zumindest bei uns in Hessen, keine Logopädie von der Krankenkasse bezahlt und demnach nicht von den Ärzten verschrieben. 

Wir dachten dann das, wenn er mit 3 in den Kindergarten geht, wird sich das schon ändern, das er so gar nicht reden mag.

Ich suchte also unseren, Halbtages Kindergarten aus, der sich auf Sprache und Integration spezialisiert hat. Dort kommen viele Kulturen zusammen, was ich als sehr positiv und angenehm empfinde, denn ich möchte keine Kinder, die Vorurteile den ausländischen Mitmenschen gegenüber haben,

Bei den ersten Gesprächen und dem Kennenlernen hatte man das Problem um seine Sprache erkannt und man lernte, mit ihm umzugehen.


Als dann im Dezember drauf, er kam im Oktober in den Kiga, meine Mutter starb, dachte ich das Ich ihm nicht mehr gerecht werden kann. Ich wusste auch nicht, wie er darauf reagiert, da er seine Oma so liebte, wenn ich ihm erkläre, das sie nicht mehr da ist.
Auch das klärte ich mit dem Kiga ab, damit sie wissen, warum er mal "anders" ist oder er mal nicht in den Kiga kommt.

Im Januar dann begann seine kleine Veränderung. Er sprach plötzlich mehr und mehr.
Jeder konnte ihn verstehen. Es war so toll ihm zuhören zu können und auch direkt zu wissen, was er möchte. Er tat mir zuvor immer sehr leid, wenn wir hilflos vor ihm standen und nicht wussten, was er uns sagte.
Es wurde immer besser und besser.

Doch je mehr er redete, umso mehr kam hervor das Er einen Sprachfehler bekommt.


Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, warum das so ist.
Hört er alles? Hat er eine Mittelohrentzündung nicht richtig auskuriert?

Nach seiner U konnte uns die Ärztin aber beruhigen, er hört perfekt.

Also liegt es nicht an seinen Ohren. Nur was es genau ist, das musste von einem Profi herausgefunden werden.

Damian hat alle Worte die ein S, SCH, G und K nicht richtig aussprechen können.
Ich hatte mir eine Logopädie Praxis in unserer Nähe ausgesucht, die verschiedene Sprachprobleme und deren Therapie erlernt haben. Zusätzlich hatte ich das Glück, eine Praxis zu finden, die mit einer trainierten Hündin arbeiten.

Die Wartezeit lag bei 3 Monaten. Mit Glück hatten wir bereits nach 2 Monaten unseren ersten Termin. Da ich aber frisch unseren Mini zur Welt gebracht hatte, musste Papa alleine mit ihm zur Stunde. 

Nachdem sie mit ihm gesprochen und gespielt hatte, konnte sie uns schon sagen, dass es hauptsächlich an seinen Mundmuskeln liegt. Sie sind nicht stark genug um das "Schnütchen" dauerhaft zu halten. Er schiebt die Zunge dann auch immer zwischen die Zähne.
Die anderen fehl - Betonungen und aussprachen, würde man nebenher noch in Angriff nehmen, wenn man das SCH-Problem so weit im Griff hat.

Seit April hat er einmal die Woche eine Stunde, in der sie spielerisch die Muskulatur und Aussprache bearbeitet. Zusätzlich bekommen wir immer Hausaufgaben, denn nur in der einen Stunde, kann ein Mensch nichts ändern. Man muss kontinuierlich daran arbeiten.


Noch vor unserem Umzug, dachten wir alle noch das es mit ihm noch eine ganze Weile brauchen wird, bis er so weit ist, die nächste Stufe zu kommen.

Wir wurden eines Besseren belehrt. Mit dem Umzug hat sich unser Kind komplett geändert. Wir haben im Allgemeinen weniger Probleme mit ihm, er lernt auch zu Hause, was er vorher nie wollte. Er übt alleine und das mit Spaß. Er hat große Fortschritte gemacht und beweist mal wieder das Er mit ein bisschen mehr Anlauf, den anderen, zügig folgen und dann auf gleicher Ebene bleiben kann.

Wir haben mit ihm zwar nicht immer die Aussprache üben können, da er das nicht wollte. Aber wir haben versucht, die Muskulatur zu stärken. Ich habe ihn aus Trinklernbechern trinken lassen, die einen Strohalm haben. Mit einem Strohalm trinken, bewirkt das die Muskeln rund um den Mund in Anspruch genommen werden.

Wir haben ihn immer ein Schnütchen machen lassen. Das ist ein ausgeprägter Kussmund. Man muss die Lippen als Kuss Mund so weit nach vorne bringen, dass man das ziehen spürt. Immer wieder anspannen und lockern. 

Wir haben ihn mit dem Strohalm Dinge wegpusten und ansaugen lassen. Er hat süße Schnüre bekommen, die er ohne Hilfe der Hände essen musste. Zusätzlich kann man das mit Spaghetti machen.


Alles wird auch immer mit den Erzieherinnen besprochen und sollte auch von ihnen weitergeführt werden.

In all den Monaten war ich stolz und enttäuscht im Wechsel. Ich fragte mich auf der einen Seite, warum er das denn hat, ich war stolz, wenn er einen guten Tag hatte und ich war etwas enttäuscht, wenn er absolut nicht mitmachen wollte.

Wenn wir im Alltag unterwegs waren, er mit uns sprach, sah man immer die Gesichter der anderen um uns herum. Wie sie mitleidig und manchmal auch von oben herab auf uns, besonders auf ihn schauten. Mir als Mutter tat das immer sehr weh. Was kann denn ein Kind dafür, dass es diese Probleme hat?
Er kommt sehr stark nach einem seiner Onkel! Der hat damals erst mit 3 überhaupt angefangen zu sprechen und hat bis heute Probleme mit der Aussprache.

In Damians Fall ist es genetisch bedingt, dafür kann niemand etwas. Es ist egal, warum ein Kind oder Erwachsener Probleme hat! Jeder hat das Recht, das er mit Respekt behandelt wird!

Dein Kind ist NICHT besser als meines nur weil es keine Logo hat!!!
Ein Kind ist nicht minderwertig nur, weil es einen schwachen Muskel, kranke Ohren oder einen Gendefekt hat!

Eine Mutter ist NIE besser als die andere! JEDE macht ihre eigenen Fehler!
Gebt sie endlich mal zu!!!!

Ich sehe es nicht ein, mich und / oder meine Kinder zu verstecken, nur weil sie nicht mit 6 Monaten sitzen oder ihr erstes Wort sagen. Ich mache auch keinen Wettstreit darum, ob mein Kind mit 1J. laufen kann oder mit 2 Jahren übertrieben früh auf das Töpfchen geht.

Meine Kinder sind gut so wie sie sind!!!

Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat sein eigenes Tempo! Warum müssen Mütter sich immer diese bekloppten Wettstreits liefern? Warum muss man als Mutter so sein wie alle anderen? Warum soll ich mich schämen, wenn mein Kind etwas noch nicht kann, oder etwas Probleme damit hat. Warum soll ich mich in die Ecke stellen, weil meine Kinder keine Dinkelkekse essen und Fencheltee trinken? Warum soll ich in die Hölle kommen, weil meine Kinder Schokolade essen, nicht in unserem Bett schlafen, sondern im eigenen, es sei denn, sie sind krank oder werden in der Nacht wach. Warum soll ich schlechter sein als andere, weil ich nicht stillen konnte? Mein Kind SCH nicht aussprechen kann und ich nicht mit der Welle schwimme? 
Ich bin mein eigener Mensch, ich bin Mutter so, wie ich es für richtig halte und es meinen Kindern und uns am besten geht. Und meine Kinder sind Wertvolle kleine Menschen, die ihren Weg im Leben erfolgreich gehen werden, egal wie!!

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