Montag, 28. März 2016

Ostern mutiert zum zweiten Weihnachtsfest und andere Gedanken

In den letzten Jahren hat sich der Blick auf Ostern, bei den meisten Menschen, allen voran aber in der Marktwirtschaft, verändert.

Ich weiß nicht warum und was es ausgelöst hat, ich kann nur mutmaßen und das möchte ich in diesem, Ostermontags Artikel auch tun.


In meiner Kindheit, also in den 80er und 90er Jahren, war es so, dass Ostern zwar ein Familienfest war und die eine hälfte es gläubig und mit Kirche begingen und andere, zu denen auch wir zählten, es als Kinder und Familienfeiertage.

Ostersonntag hat man am Morgen sein Osternest in der Wohnung gesucht. Garten hatte man nicht und meistens war das Wetter auch nicht das Beste.
Wenn wir bei meiner Patentante waren, dann haben wir auch oft draußen gesucht.


Osternester gefüllt mit Süßigkeiten und Ostereiern



Als Kinder waren wir immer total gespannt, was uns der Osterhase bringen wird, wie auch beim Nikolaus. Wir wussten zwar ganz genau, dass wir keine Spielsachen bekommen, sondern das die Osternester und zur Weihnachtszeit die Nikolausstiefel, ausschließlich mit Süßigkeiten gefüllt waren.
Die bunten Ostereier waren zwar beliebt, lagen aber nur wegen Ostern drin und nicht weil wir sie gegessen hätten. Als Kind aß ich nur Frühstückseier mit flüssigem Kern und selten gekochte.

Die Eier wurden Ostermontag alle eingesammelt und dann gab es Dienstag grüne Soße mit Salzkartoffeln. 

Was war in diesen Nestern drin? Es gab einen großen Osterhasen, der für mich meistens in Pinker Folie und für die Jungs in beige oder blau.
Dazu 3 Ostereier, eine Handvoll Gelee Gedöns, den keiner von uns gegessen hat und sie trotzdem immer wieder den Weg hinein fanden.
Dann diese Zuckerkränze, die einfach nur widerlich waren und eine Handvoll Schokoladen Eier und Schokoladen Hohlfiguren. 
Ganz selten gab es mal eine Kleinigkeit als Spielzeug dazu, aber das war wirklich nur so eine Kleinigkeit. Früher gab es in den Supermärkten, wie Tengelmann usw. diese Spielzeugregale, die vor den Kassen, an der Regalfront befestigt waren. Dort gab es für Mädchen alles, was glitzerte, ausschließlich Pink war, und im Prinzip total überflüssig. Damals gab es diese Sets in denen verschiedene Haargummis, Spangen und weiß der Geier noch drin waren, ich hoffe ihr wisst was ich meine und Erinnert euch, wenn ihr in meinem alter seid.
Für Jungs, gab es Autos und Pistolen (ja, damals war das noch nicht, Erziehung zum Bösen).

So ein Kleinkram war dann mal zu finden und wir waren trotzdem glücklich.

Heutzutage ist so was unmöglich. Die Kinder dürfen nicht mehr so viele Süßigkeiten essen, sind teilweise allergisch oder man will es sich so einfach wie möglich machen.

Wir halten es bei unseren Kindern zwar auch so, dass Sie nicht mit Süßigkeiten zugeschüttet werden sollen, aber bei uns wird darauf geachtet, dass Sie nicht wie zu Weihnachten oder Geburtstag beschenkt werden.

Manchmal schaut man sich im Internet Postings anderer Eltern an und denkt: " oh mein Gott, warum?!".
Dort sieht man dann teure Geschenke wie Smartphones, Konsolen, riesige Lego oder Playmobil Sets, ganze Kinderküchen, Puppenwagen Sets, mehrere Gutscheine für Kleidung, die zusammengefasst die Hunderte überschreiten. 
Ja natürlich ist das deren Sache und muss mich nicht interessieren, aber an diesen Beispielen sieht man, dass sich die, Kauf und schenk Mentalität in den letzten Jahren komplett verändert hat.

Wer schenkt wann mehr. Alles was man selbst als Kind kennenlernte, wird vergessen oder extrem weitergeführt. Da kommen Sprüche wie:" Ich hatte das als Kind nicht, deshalb verwöhne ich meine Kinder. Sie sollen glücklich sein" Und genau dieser Ansatz ist komplett falsch!

Die Kinder sind nicht nur glücklich wenn sie überschüttet werden mit teuren und dauerhaft folgenden "Begründungen" , warum sie nun beschenkt werden.

Natürlich sollen sie nicht zu viele Süßigkeiten essen, aber diese kann man einteilen, nichts läuft in drei Tagen ab.

Wenn man etwas schenkt, was wir wie erwähnt auch tun, dann muss es doch nichts Überteuertes sein, wie ein Smartphone usw. Wir haben eine Grenze von 10€ pro Kind und das reicht vollkommen! Es ist "nur" Ostern!

Unsere Jungs haben neben je 3 Überraschungseiern und Kinderschokolade, etwas bekommen, womit sie etwas anfangen können.
Der Große hat ein Holzspiel bekommen, womit er die Uhr lernen kann, einen "Mein Fußballkoffer" , ein kleines Vorlesebuch mit dem Thema verlaufen.
Der kleine hat in seiner Tüte einen kleinen Mähdrescher gefunden, da er Traktoren und Baufahrzeuge liebt, Buntstifte eine Box mit vielen Vorlesekarten von Timmy das Schäfchen.

Die Kids haben sich sehr gefreut, nutzen es fleißig und vermissen nichts.

Für größere Wünsche gibt es Geburtstag und Weihnachten, da muss man nicht auch noch Ostern in etwas verwandeln, was es nicht ist.

Natürlich ist es auch nicht der Grund für Ostern und Weihnachten, ich weiß!

Da wir aber nicht gläubig sind, feiern wir auch nicht so.

Ob unsere Kinder irgendwann daran glauben und es ausleben, das überlasse ich ihnen. Sie sollen es sich selbst aussuchen und frei wählen können. Deshalb sind Sie auch nicht getauft. Aber dass ist ein anderes Thema!

Fakt ist, dass die Zeiten sich komplett geändert haben. In den Geschäften wird alles angeboten, da sie wissen, dass nicht mehr nur Schokolade gekauft wird, sondern die Euros nur so über die Kassentheke wandern. Auch dass man online so viel Kaufen kann, verlockt viele dazu, mehr auszugeben.

Das Angebot an elektronischen Spielsachen und Geräten ist groß. Die Kinder werden schon im TV dazu verführt, sich immer mehr zu wünschen. 

Ich finde es immer wieder toll, wenn es dann Familien gibt, die sich dann aus allem heraushalten und sagen: Oster? Fällt aus! Da werden Eier gefärbt, weil die Kinder ihren Spaß daran haben. 
Die einen schenken und verstecken einige Eier und etwas Süßes, andere lassen auch das komplett ausfallen. Ich finde es toll und respektiere diesen Weg. Die Kinder lernen dadurch, dass der Kommerz nicht zwingend zu unterstützen ist. Wenn man seinem Kind, zur rechten Zeit den Umgang mit Geld beibringt, dann lernt es fürs Leben. 

Nein, es müssen keine Marken Schuhe oder Kleidung sein! Nein, es muss nicht immer das neueste Smartphone sein und nein, die Kids müssen nicht bereits im Kindergarten oder der ersten Klasse damit ausgerüstet werden.
TV im Zimmer? Nein! Mit dem Smartphone spielen? Nein!

Kinder bis zum 10. Lebensjahr haben nicht mit Smartphones rum zu rennen. Wenn sie nach der Schule alleine nach Hause laufen müssen und oder danach alleine sind, die Schlüsselkinder, wie man sie in meiner Kindheit nannte, sind da etwas anderes.
Aber es ist ein Unding, dass man Kids schon im Baby und Kindergartenalter, mit Smartphones spielen lässt und ihnen Fernseher ins Zimmer stellt. 

Das man, da dann keine Chance mit einem Schokoladen Osternest hat, sollte jedem klar sein.

Ich wünsche mir einfach, dass die Menschen mehr darüber nachdenken, was sie tun.

Kinder zuschütten mit Geschenken und das zu frühe älter werden lassen, nimmt ihnen einfach zu viel.
Ich wünschte, ich könnte meine Kinder so aufwachsen lassen, wie ich es konnte. Das ist nur leider nicht möglich.

Lasst Kinder einfach Kinder sein, erwachsen werden, müssen sie sowieso viel zu schnell.
Und zum Kind sein, gehört auch, einfach Mal zu viel Schokolade essen, sich dreckig machen, raufen und Dinge kaputtmachen.

Wie war eure Kindheit? Habt ihr nur vor der Glotze gesessen? Hattet Ihr Smartphones und Konsolen?

Trotz Atari , Gameboy und guten TV-Kinderserien damals, waren wir den ganzen Tag, ohne Mama draußen!

In diesem Sinne, frohe Ostern!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Kommentare,Anregungen und Tipps. Lasst uns über diesen Bericht reden.

Lg Manuela

Google+ Followers

Brigitte MOM

BRIGITTE MOM BLOGS