Freitag, 28. Oktober 2016

"Deine Schwangerschaft ist die Hölle für mich"

------------Familienplanung------------




Ein großes Thema, das viele Frauen auf der Welt betrifft, ist zugleich, das sensibelste Thema.

Von der Natur so vorgesehen, ist der weibliche Teil für die Fortpflanzung zuständig. Egal ob nun beim Menschen oder im Tier und Pflanzenreich. Einzig der Samen der menschlichen Exemplare, verhilft zur Befruchtung. Doch, was ist, wenn eines dieser beiden, benötigten Teile nicht funktioniert?

In der Natur sterben diese Rassen aus, oft allein gelassen vom Rest.
Bei den Menschen war es dann Jahrhunderte so, dass es dann halt keine Kinder gab.
Heutzutage wird schon im ersten erfolglosen Jahr eingegriffen und bei vielen, wird solch ein Eingreifen in die Natur so lange durchgeführt, bis die Natur von alleine sagt, bis hier hin und nicht weiter. Es gibt kein Grenzalter und kein akzeptieren mehr.



Warum der Mensch von Mutter Natur so bestraft wird, das weiß man nicht, aber es ist leider ein immer größer werdendes Leiden. Oft liegt es an der Samenmenge und Qualität des Mannes, was sich oft beheben lassen kann, aber eben nicht immer.
Dann gibt es die gesundheitlichen Probleme bei der Frau, die von einfach bis schwerwiegend gehen.
Es gibt die Wartezeiten, bis die Verhütungsmittel abgebaut wurden und gar Unfruchtbarkeit.
Woran es am Ende liegt, warum ein Paar keine Kinder bekommt, das kann nur ein Arzt klären.
Hierzu werden alle Ärzte benötigt. 
Hausarzt, Gynäkologe, Urologe und oft auch ein Spezialist und Psychologe.

Ich bin kein Arzt und werde nun nicht die unterschiedlichen Gründe und Befunde thematisieren.
Ich möchte über das Thema" Ungewünscht-Kinderlos" sprechen. Über die Gedanken, den Schmerz und über das, was passieren kann, wenn man durch diese Hölle gehen muss.
Es wird verschiedene Lebensgeschichten geben. 

Dabei geht es nicht nur darum, warum und wie lange man sich schon ein Kind wünscht, warum es nicht klappt und was für eine dumme Kuh Mutter Natur ist, sondern auch darüber, wie man sich fühlt, wenn man in dieser Situation ist, sich ein Kind wünscht, keines bekommt und anderen beim Kinderbekommen, zu sehen muss. Aber auch, wie es ist, wenn man Kinder bekommt und jemanden im Freundeskreis oder der Familie hat, der darunter leidet. Egal ob man es nun selbst schon erfahren musste oder es als Unerfahrene erlebt. Leider bekomme ich keine wirklich Offenen und unerträglichen antworten, auf die Frage, wie es für diese Personen ist, zusehen zu müssen.Man bekommt eine Ahnung davon und auch mal eine Meinung und ein paar Gefühle ausgedrückt, aber so ehrlich, wie ich es damals war, so ehrlich war noch niemand zu mir. Daher kann ich nur von den eigenen Erfahrungen und ein paar Gesprächen mit betroffenen reden.

Da dieses Thema ein sehr Umfangreiches ist, wird es sicherlich auch potenzial für weitere noch ungeplante Artikel geben, die dann auch gerne mit Fragen und Erlebnissen, mit Erfahrungen und eigenen Geschichten von Euch bestückt werden können .. Sehr gerne auch als Gastartikel selbst geschrieben...! In welchem Intervall ich die Lebensgeschichten veröffentliche, kann ich noch nicht sagen, da es bei mir derzeit gerade an Zeit und Motivation mangelt, mich täglich über mehrere Stunden an den Laptop zu setzen.

Meine Geschichte:


Als ich Anfang 20 war, habe ich meiner besten Freundin quasi beim Kinder bekommen zusehen müssen. Sie hatte ein Kind und legte dann noch ein paar Mal nach. Ich hatte mir schon immer Kinder gewünscht und in dem Alter ist man gerne mal naiv und dumm.
Es war mir egal, dass ich von einem Minijob zum nächsten tingelte und überhaupt, war der Wunsch nach einem Kind, größer als alles andere. Die Vernunft kam erst viel später!

Egal wie lange man es versuchte, ich wurde nie schwanger. Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch keinen, von der Pille o.ä. Mitteln, übernommenen Körper. Monat für Monat wurde man nervös, wenn man wusste, dass nun in wenigen Stunden, der Zyklus von vorne beginnen würde. Die Hoffnung auf eine Schwangerschaft wuchs, die Sehnsucht danach, dass endlich der Herzenswunsch erfüllt wird.
Und genau deshalb kamen die Blutungen auch immer zu spät. Der Körper verarscht uns einfach.. Je mehr ich es wollte, umso länger wurde ich auf die Probe gestellt. Ich sparte mir das Geld für irgendwelche Tests, auch wenn ich mal ne Woche warten musste, so testete ich nie.
Ich wollte mir das zusätzliche Leid sparen.. Den Blick auf einen negativen Test...
Viele Jahre vergingen, ohne dass etwas passierte.. Erst als die Beziehung zu dem Mann in die Brüche ging, zeugte sich das erste Mal ein Erfolg.. Das war jedoch nur ein Windei.

Ich litt weiter vor mich hin, musste zusehen, wie die beste Freundin zum dritten Mal schwanger wurde, und verzweifelte langsam. Ich wusste nicht, wie ich mit Ihr umgehen sollte, als sie mir sagte, dass sie wieder ein Kind bekommen würde. Sie versuchte mich zu besänftigen, in dem sie mit der Patentante Masche kam und mich in alles einbeziehen wollte. 
Ich sah sie an und schwieg... Irgendwann sagte ich nur noch:

"Deine Schwangerschaft tut mir weh! Es ist die Hölle für mich"

Es wurden keine Tage, sondern Wochen.
Keine Anrufe, keine SMS und keine Besuche.
Ich war ehrlich und forderte ein paar Tage Abstand und Bedenkzeit für mich.
Ich konnte so, wie es in diesem Moment war, nicht weiter machen.


Ich versank erst in Selbstmitleid, dann war ich so wütend.
Wütend auf sie, dann auf mich und dann auf alles, ob es nun Sinn machte oder nicht.
Doch irgendwann setzte ich mich hin und dachte darüber nach, was ich da tat.
Ich dachte über meine Situation nach, darüber was ich meinem Kind bieten möchte, darüber, wie ich mir eine Familie wünsche und was ich noch vorhabe.
Ich überlegte, wie lange unsere Freundschaft schon ging, was wir erlebten und wie wir den Weg zusammengegangen sind. Ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn die Situation andersrum laufen würde. Wie würde sie reagieren? Was würde sie tun?

Ich ahnte nicht, wie schnell ich das herausfinden würde..

Mir wurde klar, dass zum Kinder bekommen, im Idealfall natürlich ein Paar gehört, eine passende Wohnung, und feste Jobs bzw wenigstens einer. Der Ort sollte stimmen und das komplette Paket.
Was nützt es dem Kind, wenn man ihm nicht die Wünsche erfüllen kann, die es hat, wenn man sparen muss und jeden Cent 3x umdrehen.
Ich wusste, dass ich erst alles komplett haben möchte, bevor ich eine Familie gründe.. Den passenden Mann, den passenden Ort und die Möglichkeit, dass Kind ohne Schwierigkeiten Großzuziehen.

Ich wusste, dass meine Freundin mich nie hängen lassen würde, und dass ich dass auch nie wollte, es aber gerade tat. Auch wenn es sehr weh tat, so versuchte ich mich darauf zu konzentrieren, wenigstens eine gute Patentante zu sein, wenn schon keine Mama aus mir werden würde.

Leider lernte ich mein Patenkind nie kennen. Er kam still zur Welt.Ich erlebte diese Nacht mir ihnen, sah ihn und streichelte Ihn.Ich habe kein Bild von ihm- leider.Diese Beerdigung -sie war schlimm...

Ich war weiterhin für sie da und vergaß meinen eigenen Schmerz und meine Einsamkeit.
Diese Leere, die ich ohne Kind fühlte, die fühlte sie jetzt auch, auch mit ihren Mädchen.
Wir kämpften ein Jahr gemeinsam.. In diesem Jahr wurde ich in der Trennungsphase, mit meinem Partner schwanger. Sie litt so sehr darunter, doch stand sie zu mir und an meiner Seite.
Auch als ich dieses Kind wieder verlor, sie war da.

Dann folgte Ihre erneute Schwangerschaft.. Ich brach den Kontakt erst ab, denn ich war sauer auf sie. Nicht weil sie wieder vor mir ein Kind bekam, sondern eher deshalb, weil sie schwanger wurde, obwohl sie es nicht sollte.
Sie stand selbst auf der Schippe, nachdem der Kleine still zur Welt kam, und hatte ein halbes Jahr später eine Bandscheiben OP.. Und die Ärzte sagten, sie solle ihrem Körper 2 Jahre Zeit lassen. Nichts riskieren.. Und doch tat sie es..

Ich bekam nie eine richtige Bindung zur dritten Tochter hin, obwohl ich Patin sein sollte.
Ich kapselte mich ab, ich hatte Angst..

In dieser Zeit veränderte sich mein Leben!

Irgendwann sagte ich ihr, dass ich immer da sein werde, aber Angst habe sie zu verlieren, Angst erneut erleben zu müssen, wie etwas Schlimmes passiert.
Mein Leben stellte sich radikal auf den Kopf.. Ich lernte meinen Mann kennen, ging weg und wurde schwanger... Zur Taufe der Kleinen war ich selbst hochschwanger..
Ich habe sie in der Schwangerschaft und danach 3x gesehen..
Der Kontakt riss ab...

Das letzte Mal sah ich sie auf der Beerdigung meiner Mutter...

Eine Freundschaft, die keine mehr ist...


Nie konnte mir ein Arzt sagen, warum ich nicht schwanger wurde, bevor die Fehlgeburt passierte.
Und ich muss sagen, es wird einem auch irgendwann egal.
Ich hatte mit dem Thema abgeschlossen. Ich versuchte mich mit meinem neuen Partner, an neue Ziele zu wagen. Ich verließ meinen Heimatort, wollte mir einen neuen Job suchen und diese Beziehung, die so anders war und die mir das Gefühl gab, die richtige fürs Leben zu sein, einfach genießen.
Und als wir gerade die ersten Monate miteinander verbrachten und uns versuchten aneinander zu gewöhnen, was man nun mal muss, wenn man so gleich aber auch so unterschiedlich ist.
Genau da wurde ich schwanger mit unserem ersten Kind.
All das, was ich in dieser Schwangerschaft genoss, obwohl sie wirklich nicht gerade passend kam, konnte ich dann später nicht mehr...

Das Problem nicht schwanger zu werden, verfolgte mich auch weiterhin.. 4 Jahre liegen zwischen unseren Söhnen.. Jahre, in denen ich wirklich verzweifelte.. Wir verhüteten nicht mit Hilfsmitteln, sondern ich führe einen Kalender und höre auf meinen Körper. Allerdings half das nicht, um schwanger zu werden. Erst als meine Mutter starb und ich wirklich leer war, dauert es keine 3 Monate.. Nach unserem Mini sollte eigtl Schluss sein, doch mein Mann wollte plötzlich doch noch Nummer 3 und mir die Chance auf mein Mädchen geben.

Wir warteten die 6 Wochen nach der Geburt, um zu erfahren, wie es nach dem Kaiserschnitt dadrin aussieht. Man riet mir ein Jahr zu warten, das wollte ich nicht ganz.. Im März kam mini und im Oktober, als wir mitten im Umzug feststellten, da könnte was passiert sein, planten wir es.

Außer einem Abgang tat sich 2 Jahre nichts. 

Ich hakte es dann für mich ab. Ich wollte nicht wieder so einen großen Altersunterschied und dann wieder von vorne Anfangen. Außerdem wurde ich nun auch nicht jünger.
Ich gab auf.

Das Ergebnis werden wir dann Anfang Dezember in unseren Armen halten. Denn keinen Monat später war ich schwanger..

Zugegeben, es ist in meinem Fall nichts Gesundheitliches, aber es war immer wieder dasselbe Gefühl. Machtlosigkeit, das Gefühl versagt zu haben und diese Ohnmacht, nichts daran ändern zu können...

In den beiden letzten Schwangerschaften gab es einen Menschen, der mir jeden Tag im Kopf herumschwirrte. Einen Menschen, der immer zusehen muss, wie andere ihren Wunsch erfüllt bekommen und selbst die gesundheitliche Arschkarte hat.
Der Kopf bei ihr, wird nie wirklich frei sein, auch wenn sie es sich einredet. Dazu ist es zu aktuell, durch ihre Krankheit und die Therapie ihres Partners.
Es ist ein sehr steiniger und fieser Weg, den sie geht und es tut mir in der Seele weh, das sie so leiden müssen. Ich stehe zwischen den Stühlen, da ich sie verstehe und eigtl auch nicht damit behelligen will und doch, sehe ich sie als Freundin, der ich alles zeigen und sagen möchte,
Es ist meine letzte Schwangerschaft und die genieße ich bis auf die letzte Sekunde, doch das komplette fehlt, da ich es nicht so ausführlich teilen kann.
Weil ich weiß:

"Meine Schwangerschaft ist die Hölle für sie!"








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