Montag, 10. Oktober 2016

Schwangerschaft: Kaiserschnitt oder spontan Geburt-Meine Erfahrung

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Kaiserschnitt oder spontan Geburt


Meine Erfahrungen

Meine Meinung

Kaiserschnitt

Beim Kaiserschnitt, der Sectio caesarea oder Schnittentbindung, (von lat. sectio „Schnitt“ und caesarea „kaiserlich“) wird der Fötus auf operativem Wege aus der Gebärmutter der Mutter geholt. Dazu wird ein Unterbauch-Querschnitt an der Schamhaargrenze (Pfannenstielschnitt nach Johannes Pfannenstiel) vorgenommen oder – in deutschsprachigen Ländern seltener – ein Schnitt vom Bauchnabel entlang der Linea alba zur Schambeinfuge (Längslaparotomie).


Natürliche Geburt - spontane Geburt

Eine Geburt wird als Spontangeburt bezeichnet, wenn das Baby auf ganz natürliche Weise auf die Welt kommt. Ohne wehenfördernde Mittel und ohne geburtshelfende Operationen (wie Geburtszangen oder Kaiserschnitt). Sie besteht aus 3 Phasen.
1- Eröffnungsphase
2- Austreibungsphase
3- Nachgeburtsphase

Die Geburt – so einzigartig 


Keine Geburt ist wie die andere. Auch Frauen, die schon mehrere Kinder bekommen haben, berichten immer wieder, wie unterschiedlich jedes Mal die Entbindung war. Es gibt keine Routine. Deshalb bringt es nichts, sich irgendwo Rat einzuholen. Die Vorgänge bei einer Geburt sind zwar prinzipiell immer gleich, jedoch die Gefühle, Eindrücke und Empfindungen jeder Frau sind völlig unterschiedlich.

Die Wunschentbindung wird jeder Frau nahegelegt, doch wie sind die, wünsche der werdenden Mutter? Möchte Sie eine natürliche Geburt? Mit oder ohne PDA? Oder ist es ihr Wunsch, das Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen?
Wird der Wunsch einer Frau und werdenden Mutter wirklich ernst genommen, wenn man ihr sagt, das ein Kaiserschnitt keine richtige Geburt, sondern ein Versagen Ihrerseits ist?
Ist es ein Wunsch erfüllen, wenn man Sie zwingt, Ihr Kind auf natürlichem Wege zu bekommen, nur um der Allgemeinheit zu gefallen und akzeptiert zu werden?

Ist es eine Wunschgeburt, wenn man sie nicht ernst nimmt, wenn sie sagt, dass sie ihr Kind, dass in BEL oder Querlage vor dem Geburtskanal liegt, unbedingt auf normalem Wege zur Welt bringen möchte?
Ist es ihre freie Entscheidung, wenn fremde Menschen sich einmischen und ihr ein schlechtes Gewissen einreden, wenn sie sich für eine andere, als ihre wohlfühl, Entbindung entscheidet?

Meine Erfahrungen

Ich habe eine spontane Geburt in der vollendeten 38. Ssw. und einen Wunschkaiserschnitt in der 38.Ssw hinter mir.
Warum ich mich nach der ersten Geburt für einen Kaiserschnitt entschied, werde ich noch erzählen, erst einmal möchte ich sagen, warum die spontane Geburt, so ein einschneidendes Erlebnis für mich war. Es war eine Geburt, wie sie viele erlebt haben, und man wirklich keiner Erstgebärenden wünscht.

Die Geburt kündigte sich wirklich spontan an. Ich bekam abends Wehen. Zuerst dachte ich, dass es wieder Übungs bzw. Senkwehen sind, und dachte mir nichts dabei. Das war die letzte Nacht, die ich zuhause verbrachte und dass letzte Mal, dass ich schlief, bis der Kleine auf der Welt war.

3 Tage wehen im 5-Min.-Takt. Es war wirklich von der ersten Wehe an, ein 5 Minuten takt, der mich irgendwann alle Kräfte kostete. Bevor wir ins Krankenhaus fuhren, badete ich, um sicherzugehen, dass es richtige wehen sind. Richtige wehen lassen im warmen Wasser nicht nach, sondern können unter umständen, stärker werden. Senk- und Übungswehen verschwinden bzw. verbessern sich im warmen Wasser.

Den genauen Geburtsbericht, gibts in einem extra Artikel!

Am Ende lag ich 2 Tage im Kreißsaal, auf einer unbequemen Liege und nicht auf einem der tollen Geburtsliegen. Ich hatte nicht mehr geschlafen, kaum gegessen und getrunken, lag total fertig und irgendwann dann auch unter der PDA dort rum und war der Verzweiflung nahe. Niemand half mir, niemand sagte, woran es lag, dass der Muttermund nicht aufgehen will und irgendwie fühlte ich mich allein gelassen.
Nachdem die Fruchtblase geplatzt war, hoffte man, dass es nun schnell zu Ende gehen würde, aber so war es nicht.

Viele Stunden lag ich noch, bis er sich entschied, doch noch raus zu wollen.

Ein Sternengucker mit der Hand im Gesicht. 4130gr und 51cm.
Ich erlitt einen Riss 3. Grades.. war also komplett aufgerissen. Hoher Scheidenriss, Schließmuskelriss.. Hoher Blutverlust. 1 Std. nähen nach der Geburt. Nicht im OP, sondern im Kreißsaal und mit schwacher PDA. Ich spürte das nähen und wurde vom Arzt immer wieder angemacht, ich solle aufhören zu zucken. Idiot!

Unser Überraschungsei war ein Junge und ich sah ihn nur wenige Sekunden, dann brachte man Ihn in ein Wärmebett. 6 Std. nach der Geburt, durfte ich ihn endlich in den Armen halten. 

Ich kann sagen, dass dieses Geburtserlebnis nicht das Beste war. Das Krankenhaus hat viele Fehler gemacht und mir so, keine guten Erinnerungen an das, zur Welt kommen, unseres ersten Kindes mitgegeben.
Ich hatte danach über ein Jahr Probleme mit den Narben. In der Zeit hätte ich auch in ein Kloster gehen können.. Die Narben verhinderten einfach alles.. Wir haben aus diesem Grund und den Erfahrungen der ersten Geburt, die ersten beiden Jahre auch überhaupt nicht an ein weiteres Kind nachgedacht. Zum einen mussten wir an unserer Beziehung arbeiten, die unter allem sehr litt. Das werden einige Mütter bzw. Paare auch erlebt haben.
Zum anderen war neben dem Wunsch ein zweites Kind zu bekommen, einfach die Angst vor der Geburt. 

Wir haben zwei Jahre gebraucht um dass erlebte einigermaßen zu verpacken und daran zu arbeiten, wieder Spaß am Liebesleben zu haben. Das gabs ein Jahr lang quasi überhaupt nicht. Danach war es so, dass man sich wieder finden musste.. Daran zerbrechen viele Beziehungen. Daran und an der Tatsache, dass ein Baby kräftezehrend ist. Es bedeutet Dinge aufzugeben, und sich weiterzuentwickeln.

Der Weg zum Kaiserschnitt

Als wir uns für unser zweites Kind entschieden, haben wir keinen Gedanken an die Entbindung verschwendet. Es kam aber doch relativ schnell zur Sprache, wie ich mir denn die Entbindung vorstelle, da ich plötzlich Angst hatte, dass ich wieder so lange Probleme haben werde, dass die schmerzen mich Monate begleiten und wir wieder jahrelang die Zweisamkeit einbüßen müssen.

Mit den Wochen der Schwangerschaft, wuchs die Panik.. Die schmerzen und die Bilder der ersten Geburt, Schossen mir vermehrt in den Kopf und konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass ich dass noch einmal erleben würde. Ich kenne mich und ich kenne meinen Körper. Ich weiß, dass wenn ich schmerzen habe, mich nicht wohlfühle oder ich in einer für mich befremdlichen Situation bin, mein Körper verkrampft und ich total angespannt bin.

Ich habe mich mit meiner Ärztin und dem Chefarzt der Geburtsklinik besprochen und kam zu dem Entschluss, dass ich am besten einen Kaiserschnitt nutzen werde, um unser Kind zur Welt zu bringen.
Es war meine eigene Entscheidung, zu der mich niemand überredet hatte und mit der ich mich wohlfühlte. Ich wusste, dass ich, so unser Kind bekommen werde, und entspannte dann auch wieder.
Die Schwangerschaft war von Anfang bis Ende, kräftezehrend und meine Gesundheit war nicht die beste. Ich hatte in der ganzen Zeit Bluthochdruck, extremes Sodbrennen, sodass ich kaum noch etwas essen oder trinken konnte und ich wirklich dachte, jetzt ätzt es mir die Speiseröhre weg.

Irgendwann bekam ich dann noch psychische Probleme durch die Erschöpfung. Ich fand Monate lang keinen Schlaf in der Nacht und war kraftlos. Mein Mann musste dann eine Weile für mich als Haushaltshilfe fungieren. Er arbeitete 4 Std., wenn er Früh oder Spätschicht hatte, und übernahm Kind und Haushalt. Ich lief immer unter der Prämisse, dass ich eine Schwangerschaftsvergiftung erleiden könnte, was aber zum Glück ausblieb.


Die Planung lief reibungslos ab. Ich hatte neben der Vorsorge bei meiner Ärztin, zusätzlich einen CTG bei den Hebammen im Krankenhaus und einen weiteren Ultraschall im Krankenhaus. Ich hatte einen ausführlichen Beratungstermin beim Oberarzt zur Aufklärung des Kaiserschnittes, nach der
"Misgav Ladach"-Methode, so wie einen bei dem Anästhesisten.

Im GPR Klinikum Rüsselsheim wird die in Israel entwickelte "Misgav Ladach"-Methode als Kaiserschnitt-Geburt angeboten. Es handelt sich dabei um ein schonendes Verfahren mit kürzerer Operationsdauer als bei herkömmlichen Kaiserschnitt-Geburten. Hier werden die Gewebeschichten nicht mit dem Messer durchtrennt, sondern lediglich leicht eingeschnitten und dann auseinandergezogen und -gedehnt. Nerven und Blutgefäße, die sonst durchtrennt werden, bleiben so erhalten. Diese Methode beschleunigt den Heilungsprozess, daher kann in den meisten Fällen fünf Tage nach der Operation das Klinikum wieder verlassen werden.Quelle:GPR Klinikum Rüsselsheim
Einen Tag vor dem Geburtstermin war die abschließende Untersuchung und Anmeldung im Krankenhaus. Da ich aus Prinzip nicht in ein Mehrbettzimmer gehe, habe ich direkt ein Familienzimmer "gebucht".

Ich sollte am nächsten Morgen um 6 Uhr da sein und um 12 war der Kaiserschnitt geplant.
Wir verschliefen natürlich passenderweise.. Um halb neun war ich dort und wurde mehr oder weniger vorbereitet, ganz ohne Stress.
Als man mich zum OP fuhr, wurde es mir schon komisch zumute.. nackt auf dem Tisch, frierend unter so vielen fremden Menschen.
Im OP selbst war es so verdammt kalt, ich konnte nicht ohne Zittern auf dem Tisch liegen. Als es darum ging die Spinalanästhesie zu bekommen, brauchten Sie 6 Anläufe.
Ja ich hab speck auf den Rippen, aber wenn die Beine oben in den Bügeln liegen und man einen Babybauch vor sich hat, wie soll man da bitte in den Katzenbuckel kommen??

Nachdem mein Mann bei mir war, liefen mir nur noch die Tränen.. Die Betäubung brachte die komplette Entspannung und es fiel alles von mir ab. Die Schwangerschaft, die alles andere als toll war, der Stress, die Angst, einfach alles!
Als sie mir unseren Sohn kurz zeigten und ich realisierte, dass es wieder ein Junge ist, heulte ich einfach drauf los. Ich schickte meinen Mann hinterher, als sie ihn raustrugen, damit er nicht alleine ist. Eine Stunde Aufwachraum, bis ich endlich auf mein Zimmer und zu meinem Mann kam, der den kleinen gerade bekam..

Diese schmerzen, die man danach hat, empfindet jede Frau anders, allerdings schätze ich, dass der größte Teil der übergewichtigen Frauen, den gleichen Schmerz empfindet, wie ich in diesem Moment und den Wochen danach. Der Bauch hängt hinunter, das Gewicht zieht daran und die Fettschürze liegt auf der Narbe.. Da die Muskeln durchtrennt sind, muss man alle Bewegungen anders koordinieren und viel mit den Armen und Beinen tun.
Man ist froh über die Krankenhausbetten und die Möglichkeit, das, Kopf und Fußteil zu verstellen. Man möchte keinerlei Spannung an der Narbe..

Ich war 3 Tage im Krankenhaus und habe mich dann selbst entlassen, da ich es einfach nicht mehr aushielt.. Ich hatte nur noch Sehnsucht nach meinen Männern und unserer Hündin zu Hause, wollte meine Ruhe und endlich ankommen. Auch für das Stillen suchte ich Ruhe, damit das endlich funktioniert, was es leider nicht tat.
Alles in allem, war ich nach 4 Wochen wieder so weit einsatzbereit, dass ich sagen kann, ich kann den Schritt nicht bereuen. Für mich war es die bessere Entscheidung, da der Schmerz nur wenige Wochen ging.

Allerdings gilt das nicht für alle Frauen. Auch das Thema Wundheilung ist bei jeder rau anders.
Bei mir ist es ratz fatz verheilt und ich habe bis dato keinerlei Beschwerden in die Richtung aufweisen können... 

Was die Bindung zu unseren Kindern angeht, so stelle ich immer mehr fest, dass diese zu unserem derzeit jüngsten, stärker ausgeprägt ist, als zu unserem Erstgeborenen. 
Ich kann nicht sagen, warum, aber es ist wirklich spürbar. Ich liebe beide Kinder über alles und ich heule über jeden Schritt in die Zukunft und das Erwachsen werden, den unser Großer macht.
Auch habe ich extreme Angst das ihm etwas passiert, weshalb ich ihn sehr behüte. Allerdings lasse ich ihn auch seine eigene Erfahrung machen und versuche ihm so viel wie möglich zuzutrauen. Dinge, die er sich selbst nicht traut..

Auch die Zeit als er Säugling, Baby und Kleinkind war, waren sehr intensiv. Allerdings hat man früh gemerkt, dass er eher der Papasohn ist. Bei unserem Kleinen ist es sehr ausgewogen, wobei so langsam zur Tendenz Mamasohn geht.

Es gibt so viele verschieden Arten sein Kind seine Kinder, zu bekommen. So viele verschiedene Frauen und Geschichten. Deshalb denke ich, das jede werdende Mutter, das Recht hat, selbst zu entscheiden, wie und wo sie das tut!
Niemand sollte sich einmischen, unangebrachte Kommentare von sich geben und selten dämliche Sprüche an den Tag legen. 

Egal ob spontan oder Kaiserschnitt, jede Geburt, ist einzigartig, voller Gefühl und Liebe.
Jedes Kind hat eine Bindung zu seinen Eltern, egal wie es das Licht der Welt erblickte. Und jede Mutter hat ihr Kind richtig zur Welt gebracht. Ob nun mit oder ohne Ärztlicher, Hilfe..

Es ist Dein Kind Dein Körper und Deine Entscheidung, triff sie alleine!







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