Sonntag, 11. Dezember 2016

Die letzte Schwangerschaft, Sterilisation und Gedanken...

---------------------Schwangerschaft-------------------


Sie sind angebrochen, die letzten Tage der Schwangerschaft, der letzten Schwangerschaft.
Wenn man weiß, dass bald alles vorbei ist, dann kommt man schon ins Denken.
Man geht die letzten Monate durch, versucht sich noch einmal an alles ganz genau zu erinnern, dass schöne herauszufiltern und es ein letztes Mal zu genießen.

Drei Schwangerschaften, drei unterschiedliche Verläufe und 2 verschiedene Geburtsarten.
3 kleine, eigene Charaktere. 


Ich bin jetzt 34 Jahre alt, habe 4 Schwangerschaften erlebt, wir können 3 Kinder unser Eigen nennen und in unterschiedlichen Altersklassen genießen, erleben und damit verzweifeln.

Mein Mann und ich haben in den letzten Jahren sehr oft darüber gesprochen, wie viele Kinder wir haben möchten und wie es dann weitergehen wird.
Er hat 4 Kinder, wir zusammen 3, das dürfte, dem Staat reichen lach

Nein im Ernst, wir wollten von Anfang an 23 Kinder. Wir sind beide mit 2 Brüdern aufgewachsen und wussten, dass wir auf keinen Fall ein Einzelkind möchten. Wir sind nicht die typischen Eltern für ein Kind. Nachdem der Mittlere auf der Welt war, wollte sich mein Mann sterilisieren lassen. Doch irgendwie packte es ihn dann doch noch einmal, als er den kleinen Wurm, mit 3 Wochen in unserem Bett liegen sah. Es wurde verschoben ...

Nachdem ich den Plan 3. Kind aufgegeben hatte und doch noch schwanger wurde, legte er für sich fest, wenn das Kind da ist, wird er den Weg zur Vasektomie gehen.
Man wartet logischerweise mit so einem Eingriff, bis das Kind auf der Welt ist.
Geplant war es und er hatte es auch wirklich vor, aber er hat sich nie richtig informiert.
Welchen Weg muss er gehen, entstehen kosten oder wird es übernommen usw.

Als ich mich dann vor ein paar Wochen mit den Ärzten für einen Kaiserschnitt entschied, dachte ich immer wieder, warum sollte er einen extra eingriff machen lassen, wenn ich doch sowieso mit offener Bauchdecke im OP liege?!

Ja, es ist eine große Entscheidung und ja, es gibt weiterhin Risiken und auch eine Sterilisation bei mir, wäre nicht 100% sicher.
Allerdings habe ich mich dafür entschieden, dass ich kein 4. Kind möchte. Ich werde nicht jünger, die Welt immer schlechter und die Kosten steigen ... 

Um meine Nerven zu schonen, möchte ich meine Kinder genießen und mich dann irgendwann auf Enkel freuen. 

Da weder mein Mann noch ich, auch nur annähernd daran denken, dass es mal einen neuen Partner in unserem Leben geben wird, wäre es uns aber auch in so einem Fall, egal ob es noch eine Möglichkeit gäbe, weitere Kinder zu bekommen.
Als ich letzte Woche im Krankenhaus meinen Laufzettel abgearbeitet habe, mit CTG, Anmeldung, Anästhesie Gespräch usw. hatten wir auch noch ein letztes Gespräch mit einem der zuständigen Ärzte.

Er hat uns noch einmal beraten und ist mit mir den Ablauf durchgegangen.




Nachdem ich erwähnt hatte, dass wir keine Kinder mehr möchten, fragte er mich direkt, ob ich mir Gedanken über eine Sterilisation gemacht habe. Wenn ich so wieso im OP lege und sie an der Gebärmutter sind, dann wäre das eine Kleinigkeit, wen ich es mir vorstellen könnte.
Die Kosten wären auch geringer, da sie ja durch den Kaiserschnitt keinen extra Aufwand haben.

Bei mir liegt die Zuzahlung nun bei 120€


Würde mein Mann die Vasektomie machen, müsste er locker zwischen 300€ und 650€ zahlen, je nach Arzt, Klinik und Umfang der Behandlung.

Ende vom Lied ist nun, dass ich mich am Dienstag, nachdem unser kleines Wunder auf der Welt ist, direkt die Eileiter durchschnitten bekomme.
Die Vasektomie werden wir allerdings trotzdem irgendwann machen, da das Risiko einer Bauchhöhlen oder auch normalen Schwangerschaft, weiter gegeben ist, wenn sich Spermien auf den Weg machen. Muss nicht, aber kann!

Und um das zu vermeiden, wird er das Geld sparen und es irgendwann nachholen ...



Nun sitze ich hier, kann mich kaum noch bewegen, da der Bauch sehr schwer ist und mein Rücken auch stark lädiert ist, und denke darüber nach, was wir noch alles erledigen müssen.
Mein Mann, mein über alles geliebter, Traummann, ist einfach ein labbeduddel. Ein Kerl, der sich ständig sagt, das mach ich morgen hat ja noch Zeit ...

Seit wir die Zimmer getauscht hatten, sagte ich ihm, wo der Heizstrahler hinkommt, dass wir am Balkon im Kinderzimmer noch eine Gardinenschiene brauchen uvm.
Ende Oktober kam er dann endlich mal dazu die Löcher zu bohren..
Da dieses Haus eher schlecht als recht ist, müssen alle Bohrlöcher zusätzlich gestopft werden, damit die Dübel überhaupt halten. Dazu müsste man aber das Zeug kaufen ...
Es ist noch immer nicht gekauft!
Ich habe dann am Donnerstag oder Freitag eine, Nocherledigen Liste geschrieben.
Badezimmer müssen ja schließlich auch noch geputzt werden.
Da wir am 21.12. neue Fenster eingebaut bekommen, ja! am 21.12!
Muss also die komplette Weihnachtsdeko weg und der Bereich rund um die Fenster freigeräumt werden.
Ich war dann für die Woche, in der meine drei Chaoten alleine sind, noch einkaufen, damit se nicht verhungern haha..
Die letzten Babysachen sind nun aussortiert und werden in den nächsten Tagen gewaschen.
Bettwäsche hab ich auch schon ausgesucht, die wird dann frisch gewaschen aufgezogen, bevor ich nach Hause komme...
Das Babybett ist bereit, der Autositz ebenso, die Taschen gepackt und ich.... Ja, ich sitze hier und werde doch etwas melancholisch.
Das waren sie also, die letzten 37/38 Wochen meines letzten Wunders.
Das letzte Mal bemerken, das etwas nicht stimmt, der letzte Schwangerschaftstest, das letzte Mal einen Mutterpass und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
Keine Ultraschall Termine mehr um ein Baby zu sehen.
Kein Ctg-Abenteuer mehr.
Keine Übelkeit, kein Sodbrennen und extrem schmerzhafte Tritte.

Keine Tritte mehr...

Nie wieder das bewusste erleben eines natürlichen und von mir und meinem Mann gebastelten Wunders. Nie wieder warten und hoffen, dass es sich outet.
Nie wieder vor lauter Glück die Welt umarmen und es jedem sofort sagen wollen.

Ab Dienstag heißt es dann, genieße das letzte Mal das Erleben einer Geburt, genieße das letzte Mal den ersten Blick auf Dein kleines Wunder, höre das letzte Mal den ersten Schrei.
Erlebe zum letzten Mal, wie dieses kleine Geschöpf, alles zum ersten Mal entdeckt, erlebt und hilf ihm dabei. Sauge es auf und versuche so viel mitzunehmen, wie es dir möglich ist.

Sie werden zu schnell groß...









Das letzte Mal Untersuchen und im Krankenhaus anmelden.











Als ich am Donnerstag trotz fetter Erkältung, stundenlang im Krankenhaus saß, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken.

Und wie es dann auch immer so ist, bekommt man Gedanken, die man vorher nie hatte. Was ist, wenn sie das Kind raus heben und plötzlich heißt es, herzlichen Glückwunsch zum kleinen Jungen..Bäämmmm
Horror...

Seitdem habe ich wirklich Angst davor, dass man mir sagt, dass es nun doch kein Mädchen wird.
Das weder das Bauchgefühl noch der Chefarzt richtig lagen.
Allein diese Vorstellung lässt mich kaum zur Ruhe kommen.

Natürlich werden es wieder einige nicht verstehen, aber das ist mir egal.

Wenn ich im Bett liege, spielt sich ein kleiner Film in meinem Kopf ab. Die letzten Jahre in meinem Leben, all die Veränderungen, die Tränen der Freude und der Trauer, die Gefühle, wie es war die, Schwangerschaftstest anzusehen, die Schwangerschaften und Geburten zu erleben. Die Kinder dabei zu beobachten und zu begleiten, wie sie größer werden und ihre eigenen Fußabdrücke im Leben hinterlassen.

Ich bin überglücklich Mama und Ehefrau von diesen so unterschiedlichen Menschen zu sein!
Dankbar dafür, dass ich das erleben darf und neugierig darauf, was noch kommen wird.

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