Samstag, 17. Juni 2017

Schule, schreiben und Belohnungen..

---------------------- Schule und Bildung ------------------


Was waren wir so stolz, als unser großer in die Schule kam, er die ersten Wochen mit Fleiß seine Hausaufgaben machte, es kaum erwarten konnte zu lesen und zu schreiben.
Rechnen lag ihm von Anfang an am besten. Wir dachten, dass es auch weiterhin keine großen Probleme geben würde, warum auch, es ist die erste Klasse, sie lernen alles ja erst.

Doch weit gefehlt. Irgendwann tauchte ein Schönschreibheft auf, das mir bis dato unerklärlich ist. Es nervt mich sogar regelrecht! Die Lust von unserem Kind, in die Schule zu gehen sank, Hausaufgaben sind der blanke Horror. Jetzt, so kurz vor den Ferien, kam sogar heraus, das er uns belog, Hausaufgaben teilweise nicht machte, Zettel nicht abgab, die zwischen uns und der Lehrerin hin und her gehen sollten. Sie hatten um Ostern herum, eine erneute, zur Schule laufen Aktion, die er erstens verheimlichte und zweitens nur einmal abstempeln lies. 


Dass die Kinder im ersten Schuljahr erst schreiben lernen sollten, wissen wir alle, aber bitte warum sollen sie dann auch direkt die perfekte Handschrift haben?
Ist es nicht Sinnvoller, das sie erst alle Buchstaben und erste Wörter schreiben lernen?
Dass sie den Sinn von Satzstellungen und Satzzeichen verstehen.

Warum sollen sie schreiben, wie sie sprechen? Warum sollen sie eine Schönschrift lernen, die statt auf Ihr Können, auf die gedruckte Vorgabe im Heft übereinstimmt.



Abgesehen davon, dass ich mit der ganzen Art des schreiben Lernens nicht konform bin, finde ich es sehr verwerflich, die Kinder mit stempeln zu bewerten. 
Sie geben sich mühe damit, dass schreiben der Buchstaben zu lernen, sie setzten sie zu Worten und Sätzen zusammen, versuchen sie deutlich zu schreiben und dann heißt es, nein, das geht besser.

Wäre es nicht Sinnvoller die Kids mehr zu motivieren?


Diese Smilie-Gesichter treiben mir Gedanken in den Kopf, die ich nur denken und niemals aussprechen sollte und werde. Ich kann nicht für andere sprechen, aber unser Sohn, gibt sich verdammt viel Mühe mit dem Schreiben. Er kann es einfach nicht besser.
Es war auch bei Weitem schlechter. Woran es liegt, kann ich nicht sagen.
Doch finde ich, dass er für die mir bekannten, Jungs Handschriften, eine der besseren hat. Ich finde es überflüssig, dem Kind mit einem neutralen Smilie, die Motivation zu nehmen.
Lieber drunter Schreiben, was sie genau stört, bevor Sie diesen Stempel setzt.
Niemand versteht, warum er immer wieder diesem Gesicht bekommt. Er hat teilweise keine Lust mehr, sich überhaupt zu bemühen, da er von Anfang an weiß, was drin sein wird.


Er wünscht sich nichts sehnlicher als das es gewürdigt wird, dass er sich verbessert hat.
Dass er den Willen zeigt und manche Texte sogar doppelt schreibt, damit gesehen wird, das man versucht auf Sauberkeit und Deutliches schreiben zu achten.
Selbst Erwachsene haben nicht alle eine deutliche Schrift, warum also ein Kind in der ersten Klasse?

Sie lernen in der 2. Klasse die Schreibschrift.

Warum?? Können die Kinder nicht erst eine Weile das Schreiben üben, und alle Buchstaben fertig haben, bevor sie wieder komplett neu schreiben lernen müssen?
Hätte das, Schreibschrift Schreiben in der 3. Klasse nicht ausgereicht?
Ist das dieselbe Logik wie das Schreiben nach Gehör?
Genau das ist ja das große Problem bei Late Talkern zb. 

Ich werde wahnsinnig, wenn ich die Worte lese, die er nach Gehör aufschreibt. Wir sollen es auch nicht verbessern, sondern so lassen. Sorry aber nein! Manchmal denke ich mir, wenn er dann total blockiert und es nicht noch mal neu schreiben möchte, ich lass es so, sie will es schließlich auch so.
Doch die meiste Zeit bringen wir ihm die Worte richtig bei, denn ganz ehrlich, wie soll das funktionieren, erst alles so zu schreiben, wie man es denkt, dass es geschrieben wird, um nicht direkt, sondern erst viel später korrigiert zu werden.? Darauf resultierend kommen doch die ganzen Rechtschreibfehler. Es wurde doch nun auch offen zugegeben, dass diese Art des Unterrichts nicht die richtige ist. Wie immer eigtl., wenn das System geändert wird. 
Demnächst kommt dann eine neue, ultimative Unterrichtsart ans Tageslicht, die so revolutionär ist, dass sie unbedingt alles verändern müssen und meistens erschweren. Um dann ein paar Jahre später festzustellen:
Ups, das war doch nix.

Ich frage mich, wie man als Dialekt sprechender Mensch, der selbst nicht dass Hochdeutsch spricht und sprechen kann, dass den Kindern abverlangt wird, den Kindern dass Sprechen so beibringen soll, dass sie es auch richtig verstehen?!
Ich meine nicht Worte wie Computer, das wird jedes Kind falsch schreiben. Ich meine, simple Worte, die man den ganzen Tag spricht, allerdings in seinem Dialekt, der nie fehlerfrei sein wird, egal wie sehr man sich anstrengt, dafür gibts halt den Dialekt.
Mir Hesse sinn halt so..Da müsse me net drübber redde.
Wenn sie Probleme mit der Rechtschreibung bekommen oder das richtig lernen müssen, kann ich persönlich zum Beispiel, unserem Sohn nicht helfen, da ich Legasthenie habe. Zwar nur eine leichte Form, aber ich bin nicht befugt, jemanden zu verbessern.
Hausaufgabenhilfe kommt für uns nicht infrage, also bin ich wieder auf Freunde angewiesen.

Ich bin der Meinung, dass man den Kindern mehr beibringen kann, wenn man Ihnen Zeit und Verständnis entgegen bringt. Ja, wir haben Lehrermangel und zu viele Kinder, das fängt ja schon im Kindergarten an. Aber in 9 Jahren, extrem viel, in kürzester Zeit in ein Kind prügeln, ist total bekloppt. Zumal das meiste nie wieder gebraucht wird!

Die Aufteilung müsste ebenso geändert werden, wie die frage, in welcher weiterführenden Schule, welche Themen gelehrt werden. Viele spezifische Dinge würde ich zb. komplett streichen und auf speziellen Schulen lehren, die für die Berufe gedacht sind, in der sie gebraucht werden.
Da man nicht mehr Schulen bauen kann, sollte man das System der Wahlfächer überlegen.
Ein Kind, das sich für Geschichte interessiert und an Mathematik überhaupt kein Interesse hat, wäre doch besser aufgehoben in dem System, Mathe Grundkurs und Geschichte Leistung. Ähnlich wie bei den Studenten.
Ich hoffe, ihr könnt mir folgen und versteht meinen Gedankengang. Wenn ich einen Denkfehler hab, berichtigt mich bitte, es sei denn, ihr seid Lehrer die, die aktuelle art zu Unterrichten unterstützen. lach


Ich möchte nicht, dass können der Lehrerinnen und Lehrer angreifen, das Recht und auch den Willen dazu, habe ich nicht. Ich möchte einfach, dass die Lehrerschaft mal darüber nachdenkt, dass wir nicht nur Länder getrennte Unterschiede haben, die sprachlich ausgeglichen werden müssen, sondern auch charakterlich, psychisch und physisch!
Einem schüchternen und sturen Kind, das absolut kein Talent für Feinmotorik besitzt, hat eine andere Methode nötiger, als ein Kind dass schnell offen auf alles zu geht, feinmotorisch in Hochform ist. Das Kind hat dann aber evtl. mit Zahlen oder Sport so seine Probleme.

Auch wenn die Anzahl der Schüler und die gegebene Zeit es nicht unbedingt zulässt, so wäre es doch wünschenswert, wenn man versucht, auf die einzelnen Persönlichkeiten einzugehen. Auf vielen Schulen oder bei anderen Lehrkörpern ist dies ja auch möglich.
Es geht hier nicht um unsere Schule und die Lehrkörper im speziellen, denn diese Beurteilungsform, haben scheinbar einige Lehrer für sich entdeckt. Auch das Lehren ist im groben bei allen gleich, so ist unser beklopptes System.

Mir gehts einfach darum, dass die Lehrerschaft sich mal überlegen sollte, sich selbst von anderen abzuheben und mal gegen den Strom zu schwimmen, gegen das System zu entscheiden. Für unsere Kinder, für unsere Zukunft

Denn ganz ehrlich, ich bezweifle sehr stark, dass mit dieser Methodik das Prinzip Ganztagsschule funktionieren kann. Wenn die Kinder dann Müde und ausgelaugt sind, keinen Bock mehr haben usw.

Diese Phase steht uns meines Erachtens aber nicht mehr bevor, denn in der Zeit, in der unser Großer nun noch auf diese Schule geht, wird es die Schule nicht mehr schaffen, eine Ganztagsschule zu werden. Evtl. werden die beiden Kleinen da durch Müssen, wenn ich nicht vorher doch noch das ok für einen Umzug gebe.


Um allen Hatern den Wind aus den Segeln zu nehmen, es geht mir nicht alleine um meinen Sohn oder darum, dass ich mich angegriffen fühle, dass tue ich nämlich nicht. Es geht mir um alle Kinder! Es sind nicht alle Kinder großmäulige Proleten, denen es egal ist oder die es sofort können. Es gibt viele Kinder die einfach mehr Zeit, Unterstützung und viel mehr Lob brauchen.
Alleine die Art des Beurteilens kann da wunder bewirken!

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